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Aktuell

18.11.2015 - Stellungnahmen von Religions for Peace angesichts der Anschläge in Paris am 13. November 2015:

 

 

Stellungnahme der Vorsitzenden von Religions for Peace / Europa:

Verbunden in Herz, Geist und Gebet, bewahren wir die Hoffnung.

Brüssel, den 14. November 2015

Wir sind zutiefst erschüttert durch die Erscheinungsformen des Schreckens in Paris, nach dem Flugzeugabsturz in der Sinai-Wüste und den Anschlägen in Beirut und Bagdad. Wir verurteilen in entschiedenster Weise jegliche terroristische Gewalt und Hass, gemeinsam mit all denen, die sich für die Verbreitung des Friedens auf sämtlichen Ebenen in unseren Gesellschaften und in unseren Religionsgemeinschaften einetzen. Unser ganzes Mitgefühl und unsere Solidarität gilt den betroffenen Familien und ebenso dem französischen Staat und französischen Volk.

In der Überzeugung, dass der Frieden im Herzen und im Kern aller Glaubensgemeinschaften und Religionen wohnt, bekräftigen wir eine Vision von Einheit und Solidarität im Angesicht von Hass und Gewalt. Wir laden alle Mitglieder von Religions for Peace / Europa dazu ein, verbunden in Herz, Geist und Gebet zusammenzustehen und die Hoffnung zu bewahren durch ein gutes Beispiel, insbesondere für die jüngere Generation, und „den anderen willkommen zu heißen auf dem Weg von der Furcht zum Vertrauen.“

Yolande Iliano

(Vorsitzende Religions for Peace, Europa)

[Übersetzung: G. Hartjen]

(zum englischen Originaltext)

 

 

Stellungnahme des Generalsekretärs von Religions for Peace, weltweit:

Verehrte Partner im Frieden,

Religions for Peace ist erfüllt von Sorge und Mitgefühl für die unschuldigen Menschen, die in Frankreich getötet wurden. Wir schreien auf im Schmerz über ihr Blut, das vergossen wurde, um Menschen zu terrorisieren und zu trennen. Mit unseren Gebeten und unserer Solidarität sind wir bei ihren Familien und Freunden.

Es macht uns unaussprechlich traurig, wann immer Religion verzerrt und entstellt wird, um damit Gewalt zu rechtfertigen. Moralisch und geistig verbunden über all unsere verschiedenen religiösen Traditionen hinweg, verurteilen wir entschiedenst jedwede Gewalt, die im Namen der Religion verübt wird und lehnen sie energisch ab. Sie ist nicht nur zutiefst grausam, feige und fehlgeleitet, sie ist auch ein Verbrechen, das mit aller Stärke des Gesetzes verfolgt werden muss.

Gemeinsam weisen wir alle Versuche entschieden zurück, unsere Religionsgemeinschaften zu polarisieren und zu spalten. Sollen wir diesen grausamen und gefühllosen Mördern erlauben, Misstrauen und den Teufelskreis der Gewalt in den verschiedenen religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Gemeinschaften zu verbreiten? Mit einer gemeinsamen Stimme antworten wir: Nein!

Stattdessen bestätigen wir erneut – begründet auf 45 Jahren von tagtäglicher Erfahrung – dass die verschiedenen Religionsgemeinschaften, die auf der ganzen Welt in Religions for Peace zusammenarbeiten, sich dem gemeinsamen Ziel verschrieben haben und gemeinsam konkrete Schritte unternehmen, um religiöse Unterschiede zu respektieren, die Menschenwürde zu achten unser gemeinsames Wohl zu fördern.

Vor dem Hintergrund unseres Entsetzens, unserer Sorgen und unserer moralischen Empörung, ist jetzt ein Moment für aufrichtige Gläubige aller Religionen und Traditionen, sich der prinzipientreuen interreligiösen Zusammenarbeit zum Ziele des gemeinsamen Wohls zu widmen. So möge eine jede Religionsgemeinschaft einer jeden anderen Gemeinschaft fest zur Seite stehen, wenn ihre Mitglieder bedroht, verleumdet oder zu Sündenböcken gemacht werden. Wir bei Religions for Peace haben herausgefunden, dass dieser Zugang eine wahrhaftige Möglichkeit für jede und jeden Gläubigen ist, ihre bzw. seine jeweilige eigene religiöse Tradition zu ehren. Indem wir dies tun, können wir als vielfältige Gläubige verschiedener Religionen gemeinsam sogar den fehlgeleitetsten und abscheulichsten Missbrauchen von Religionen die Stirn bieten und so mit unserer Arbeit helfen, den Frieden zu schaffen.

In Verbundenheit

Dr. William F. Vendley

(Generalsekretär von Religions for Peace, weltweit)

[Übersetzung: G. Hartjen]

(zum englischen Originaltext)